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Bericht

HG 2026 – oder Wenn das Radler früher kommt als die Vernunft

Nach bewährter Tradition und trotz fortschreitenden Alters der Beteiligten fand auch im Jahre 2026 der HG statt. Die Rahmenbedingungen hätten dabei kaum besser sein können. Das Wetter präsentierte sich in einer Form, die selbst notorischen Nörglern keine Angriffsfläche bot. Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein Himmel in jener seltenen Farbe, die Meteorologen als „blau“ bezeichnen.

Besonderen Anlass zur Freude bot der Besuch der mittlerweile stattlichen Eiche, die einst von den HGlern eigenhändig gepflanzt worden war. Der Baum zeigte sich gesund, kräftig und bemerkenswert widerstandsfähig – Eigenschaften, die man nicht von allen Anwesenden behaupten konnte. Die allgemeine Dankbarkeit über das damals geleistete Werk war deutlich spürbar. Es wurde festgestellt, dass die Eiche inzwischen erheblich besser gealtert ist als ihre Pflanzer.

Die Anreise erfolgte geordnet bis leicht chaotisch. Bereits früh zeichnete sich ab, dass HG008 seiner traditionellen Kernkompetenz – dem Mitbringen fragwürdiger Spirituosen – in diesem Jahr nicht würde nachkommen können. Dankenswerterweise sprang HG004 in die Bresche und übernahm die Aufgabe stellvertretend. Das mitgebrachte Destillat erfüllte zwar formal die Anforderungen an „schlechten Schnaps“, erwies sich in der praktischen Anwendung jedoch als überraschend trinkbar. Entsprechend geriet die ursprünglich geplante Lästerrunde über die Qualität des Getränks deutlich kürzer als üblich.

Für einen technischen Höhepunkt sorgte HG003, der mittels Drohne Luftaufnahmen der Veranstaltung anfertigte. Damit konnte erstmals zweifelsfrei dokumentiert werden, wie klein der HG-Tisch aus der Vogelperspektive wirkt und wie groß die Teilnehmer ihre Geschichten erzählen. Die Drohne lieferte beeindruckende Bilder und stellte gleichzeitig sicher, dass zumindest ein Fluggerät des Tages dauerhaft die Orientierung behielt.

Die kulinarische Versorgung befand sich erneut auf gewohnt hohem Niveau. Der von Billie zusammengestellte Brotzeitkorb ließ keine Wünsche offen und bestätigte einmal mehr seinen legendären Status innerhalb der HG-Geschichte. Brot, Wurst, Käse und allerlei weitere Köstlichkeiten waren in einer Qualität vorhanden, die den Verdacht nahelegt, dass hier heimlich ein professioneller Caterer beschäftigt wird.

Im Getränkebereich war ebenfalls eine bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten. Der traditionelle Übergang vom Bier zum Radler erfolgte in diesem Jahr einen kleinen, aber messbaren Tick früher als in den Vorjahren. Ob dies auf die sommerlichen Temperaturen, die zunehmende Vernunft oder die nachlassende Leberkapazität zurückzuführen ist, konnte wissenschaftlich nicht abschließend geklärt werden. Die Arbeitsgruppe „Getränkeanalyse“ wird das Thema in den kommenden Jahren weiter beobachten.

Im Verlauf des Nachmittags und Abends wurden zahlreiche Gespräche geführt, Erinnerungen aufgefrischt, neue Legenden geschaffen und alte Wahrheiten weiter ausgeschmückt. Die Genauigkeit der Erzählungen nahm dabei in umgekehrt proportionalem Verhältnis zum Füllstand der Flaschen ab.

Den Schlusspunkt setzte ein letzter Besucher am HG-Tisch, dessen Erscheinen zunächst auf reges Interesse stieß. Inhaltlich schien er über eine Vielzahl spannender Themen zu verfügen. Leider befand sich sein Alkoholpegel bereits in einem Stadium, das eine zuverlässige Übertragung seiner Gedanken in die deutsche Sprache erheblich erschwerte. Die Kommunikation bestand daher überwiegend aus zustimmendem Nicken, gelegentlichen Rückfragen und der stillen Hoffnung, dass es sich bei den unverständlichen Lautfolgen um freundliche Aussagen gehandelt haben möge.

Nach vielen Stunden, ausreichend Getränken und dem festen Vorsatz, im nächsten Jahr alles etwas ruhiger anzugehen – ein Vorsatz, dessen Haltbarkeit erfahrungsgemäß wenige Wochen beträgt – endete der HG 2026 als rundum gelungene Veranstaltung.

Die Eiche steht weiterhin. Der Brotzeitkorb bleibt unerreicht. Das Radler kommt früher. Und die Geschichten werden von Jahr zu Jahr besser. Damit ist alles im Lot.

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